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Viele Versicherungsvertreter könnten Ihnen eine falsche Versicherung anbieten

Man schätzt die Zahl aller Versicherungsvermittler und Drücker auf etwa 500000 – eingerechnet die Verwandten, Bekannten, Kollegen, Kegelbrüder und andere, die – ohne dass man es so recht erkennt – in Versicherungen machen. 80 Prozent aller hauptberuflichen 50000 bis 60000 Versicherungsvertreter sind Einfirmenvertreter. Und alle sollen – wie es in der Hauszeitung der Allianz-Versicherung einmal so schön hieß – möglichst schnell herausfinden, wie der Kunde am besten zu packen ist, und sie sollen den Eindruck erwecken, als kümmere man sich um ihn. Nur wer dies alles weiß, kann ermessen, welche Gefahren sich für den Verbraucher aus der vermeintlichen Vertreterberatung ergeben und wie viele Bundesbürger bereits falsche Versicherungen als tickende Zeitbomben in ihren Schubladen haben.

Die Lobby kommt an dieser Stelle gerne mit dem Einwand, ein paar schwarze Schafe gäbe es in jeder Branche. Die Zahl der schwarzen Schafe unter den Versicherungsvermittlern ist jedoch so groß, dass man von einer riesigen Herde sprechen muss. Denn alle für die großen und teuren Versicherungs-Aktiengesellschaften tätigen Vermittler sind schwarze Schafe, weil sie den Verbrauchern viel zu teure Versicherungen anbieten müssen. Dazu gehören auch Mitglieder im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute, Generalvertreter und geprüfte Versicherungsfachleute, die oft nicht besser arbeiten als Drücker und wie diese am Bedarf vorbei falsche oder viel zu teure Versicherungen vermitteln.

So sind vermutlich weniger als ein Prozent der 500000 Versicherungsvermittler weiße Schafe. Fast alle Bundesbürger sind dementsprechend schlecht und teuer versichert. Die allein sinnvolle Risiko-Lebensversicherung, die nicht mit einem Sparvorgang verbunden und dadurch bis zu zwanzigmal billiger ist als eine Kapitalversicherung, haben nur wenige Haushalte abgeschlossen, und dann auch meistens nur zur Absicherung eines Kredites – wie z. B. beim Bauspardarlehen -, also nicht zur Familienversorgung. Nur jeder siebte Haushalt hat eine private Rente für den Fall der Berufsunfähigkeit versichert, meistens aber in völlig unzureichen der Höhe und in der nicht empfehlenswerten Verbindung mit dem Sparvorgang einer Kapital-Lebensversicherung Diese erschütternden Ergebnisse, deren Einfluss auf Menschen- und Familienschicksale bei Unglücksfällen nicht vergessen werden darf, sind nun sicher kein Zeichen von Dummheit der Bürger oder mangelnder Vorsorgebereitschaft.

Sie sind vielmehr ein unwiderlegbarer Beweis für die betrügerische Beratungsleistung der meisten Versicherungsvermittler und der skrupellosen Geschäftsmethoden vieler Versicherungsgesellschaften. So gesehen, entpuppt sich die angeblich gute Beratung vieler Vermittler als rücksichtslose, von den Gesellschaften erzwungene Provisionsschinderei. Jede Mark, die ein Versicherungssuchender locker machen konnte, ist bisher als Erstes in Prämien für den viel zu teuren und deshalb minimalen Versicherungsschutz über eine Kapital-Lebensversicherung oder in einen Beitrag für eine private Rentenversicherung umgerechnet worden – ohne Rücksicht auf die dadurch entstandene Versorgungslücke der Familie. Jährlich sterben Hunderttausende – schlecht versicherte – Familienväter. Und etwa die gleiche Zahl von Männern mit Familie ist erheblich in der Erwerbsfähigkeit behindert – fast alle ohne zusätzliche private Rente aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Hunderttausendfach finanzielle Not durch Invalidität und Tod in bundesdeutschen Familien.

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